Mit einer Finanzspritze von 20.000 Euro fördern der Deutsche Tierschutzbund und sein Landesverband Schleswig-Holstein eine landesweite Frühjahrsaktion für kostenlos kastrierte Straßenkatzen. Vom 23. Februar bis zum 22. März übernehmen beteiligte Gemeinden OPs, Mikrochip-Kennzeichnung und FINDEFIX-Registrierung. Ziel ist die Reduzierung unkontrollierter Vermehrung und die Entlastung überfüllter Tierheime durch präventive Populationskontrolle. Zur Abrundung plant das Land 2024 eine umfassende Katzenschutzverordnung mit verbindlicher Kastrationspflicht für Freigänger. Diese Maßnahme trägt nachhaltig zum Tierwohl bei.
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Februar-März-Aktion kastriert chippt und registriert Straßenkatzen kostenlos in Schleswig-Holstein
Von Ende Februar bis Ende März können in Schleswig-Holstein gefangene Straßenkatzen in bestimmten Kommunen kostenlos kastriert werden. Jeder Eingriff erfolgt mit anschließender Mikrochip-Kennzeichnung und Registrierung in FINDEFIX. Nach der kurzen Versorgung im Tierarztpraxis-Umfeld werden die Tiere an ihren ursprünglichen Fundorten freigelassen. Mit dieser Vorgehensweise soll die unkontrollierte Reproduktion gestoppt und das Leiden der streunenden Katzenpopulation nachhaltig verringert werden. Die Aktion beugt Überpopulation vor und entlastet effektiv dauerhaft lokale Tierheime maßgeblich.
Mehr als 3.600 Kastrationen erzielen deutliche Entlastung für Tierheime
Mehr als 3.600 Straßenkatzen wurden im letzten Jahr eingefangen, chirurgisch sterilisiert, mit einem Mikrochip versehen und vollständig registriert. Ellen Kloth, Vorsitzende des Landesverbands Schleswig-Holstein und Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes, hebt die vorbildliche Leistungsbereitschaft der ehrenamtlichen Helfer hervor und erklärt: „Wir sind entschlossen, erneut möglichst viele Katzen kastrieren zu lassen.“ Präsident Thomas Schröder betont, dass nur durch regelmäßige, konsequente Kastration der unkontrollierte Vermehrungskreislauf dauerhaft und wirksam unterbunden werden kann.
Die intendierte landesweite Katzenschutzverordnung bezweckt, Freigängerkatzen vor allem durch verpflichtende Kastration vor ungewollter Fortpflanzung zu schützen und damit die Streunerpopulation langfristig zu senken. Zusätzlich schreibt sie eine Standardkennzeichnung mittels Mikrochip oder Tätowierung vor, um Rückgaben verloster Tiere zu erleichtern. Eine behördliche Registrierung sämtlicher Katzen in einer zentralen Datenbank schafft Transparenz, liefert belastbare Bestandszahlen und ermöglicht zielgerichtete tierschutzfachliche Maßnahmen zum Wohle der Tiere. So entlastet das Konzept Tierheime und verbessert Bestandsmanagement.
Bis zum Ende des zweiten Quartals soll in Schleswig-Holstein eine Katzenschutzverordnung erlassen werden, nachdem bereits rund 32.000 Straßenkatzen im Rahmen ähnlicher Aktionen kastriert worden sind. Diese Verordnung verpflichtet zur Kastration freilaufender Katzen, schreibt eine eindeutige Kennzeichnung mit Mikrochip vor und sieht die Registrierung aller Tiere in FINDEFIX vor. Ellen Kloth weist darauf hin, dass durch die Verbindung mit der Frühjahrsaktion eine Kontrolle der Population und Reduzierung des Katzenleids erreicht wird.
Öffentliche und private Mittel reduzieren Kastrationskosten nachhaltig für Katzen
Die Finanzierung der Kastrationskampagne basiert auf einem Mix von Förderbeiträgen: Der Deutsche Tierschutzbund und sein Schleswig-Holsteinischer Landesverband steuern jeweils zehntausend Euro bei, das Land Schleswig-Holstein stellt ein Budget von 110.000 Euro bereit. Die Bastet Stiftung unterstützt mit Spenden, während die Kommunen fünfzig Prozent der tierärztlichen Aufwendungen tragen. Die teilnehmenden Veterinäre verzichten pro Eingriff auf ein Honorar von 30 Euro, wodurch die tierheiminternen Kosten deutlich sinken und entlastet die Einrichtungen nachhaltig.
Freilassung nach Kastration und Registrierung kontrolliert Katzenpopulation, schützt Tierheime
Die kostenfreie Kastrationsaktion ermöglicht es registrierten Tierschutzvereinen sowie privaten Unterstützern, in ausgewählten Kommunen gefangene Straßenkatzen abzugeben. Nach operativer Kastration werden die Tiere mit einem Mikrochipsystem versehen und verbindlich in der FINDEFIX-Datenbank gespeichert. Nach einer sieben- bis zehntägigen Beobachtungsphase erfolgt die sachgerechte Freilassung an den Fangorten. Mit diesem effektiven Programm werden unkontrollierte Vermehrungszyklen unterbrochen und gleichzeitig die Unterbringungskapazitäten von Tierheimen spürbar entlastet. Die Initiative fördert nachhaltigen Tierschutz langfristig und partnerschaftlich zusammen.
Über 3.600 kastrierte Katzen beweisen Erfolg der Frühjahrsaktion Schleswig-Holstein
Mit der Frühjahrsaktion und der geplanten Katzenschutzverordnung wird ein effektives Instrumentarium in Schleswig-Holstein etabliert, um das Leid streunender Katzen durch gezielte Sterilisationsprogramme deutlich zu verringern. Die Registrierung per Mikrochip erleichtert Fundortsicherung und Rückvermittlung. Kommunen übernehmen anteilig Behandlungskosten, Tierärzte leisten Honorardifferenzverzicht und Ehrenamtliche unterstützen vor Ort. So entsteht ein nachhaltiges Netzwerk, das Tierheime entlastet und gleichzeitig langfristig stabile und artgerechte Lebensräume für Katzen fördert. Finanzielle Beiträge stärken diese Kooperation und Effizienz.

