Holzbildhauer, Schneiderinnen, Bäcker und Brauer gestalten närrische Saison gemeinsam

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Vier Gewerke in Südbaden tragen wesentlich zum Charakter der Fastnacht bei: Holzbildhauer, Schneider, Bäcker und Brauer arbeiten mit Leidenschaft. In Oberkirch modelliert Wolfgang Ducksch zuerst Knetgroßbilder und schnitzt daraus in aufwändiger Arbeit detailreiche Masken mit montierten Verschlüssen. In Freiburg fertigt die Schneiderei Schönberger Häs individuell nach Zeichnung und Körpermaßen. Bäckerei Paul in Lörrach bietet während der Fastnacht traditionelles Fettgebäck an, und die Löwenbrauerei Elzach zapft saisonales Schuttigbier. Stammkunden schätzen Sortimentsvielfalt.

Jede Maske: acht Stunden Knetmodell und vierundzwanzig Stunden Schnitzarbeit

Brauermeister Johannes Dold aus Elzach braut zur Fasnetzeit (Foto: Löwenbrauerei Elzach)

Brauermeister Johannes Dold aus Elzach braut zur Fasnetzeit (Foto: Löwenbrauerei Elzach)

Pro Fasnachts-Saison produziert der Kunsthandwerker Wolfgang Ducksch rund 600 maßstabsgetreue Holzmasken. Zunächst formt er ein achtstündiges Modell aus Knete, in das Änderungswünsche der Kunden unmittelbar eingearbeitet werden. Danach überträgt er die Konturen auf einen Holzblock und schnitzt die Maske mit präziser Präzision heraus. Im Anschluss erfolgt das aufwendige Bemalen. Abschließend stattet Ducksch jedes Stück mit Elastikband, Rossschweif und Hexentuch-Verschlüssen aus. Jede Maske benötigt inklusive Modell und Montage insgesamt 24 Stunden.

Winterliche Häs-Anfertigungsarbeiten beginnen im September bei Freiburger Schneiderei Schönberger

Kostümwerkstatt Schönberger in Freiburg fertigt im Winterhalbjahr bis zu dreißig Prozent ihres Gesamtjahresvolumens für Häs-Herstellungen. Ab dem Monat September plant das Team Zeichnungen, schneidet Stoffe zu und stellt die ersten Teile zusammen. Abhängig vom Schnittmuster beansprucht ein einzelnes Häs fünf bis mehr als zwölf Stunden handwerklicher Arbeit. Kürzlich erfüllte die Maßschneiderei eine Großbestellung für eine Guggenmusikgruppe aus St. Peter im Schwarzwald. Dabei garantiert das Schneideteam präzise Passform und traditionelle Details.

Schmutziger Donnerstag: Bäckerei Paul steigert Fettgebackene Produktion für Fasnacht

Bäckermeister Bernhard Fabian Paul aus Lörrach (Foto: HWK FR/Hubert Gemmert)

Bäckermeister Bernhard Fabian Paul aus Lörrach (Foto: HWK FR/Hubert Gemmert)

Die Bäckerei Paul in Lörrach richtet ihre Fertigung an Schmutzigem Donnerstag und Fasnachtssamstag auf die Serienproduktion von Berliner, Schenkeli und Mutzenmandeln aus. Überproportionale Kapazitätserweiterungen in der Teigherstellung, im Frittierprozess und in der Endkontrolle führen zu spürbaren Umsatzsteigerungen. Die erhöhte Nachfrage nach Fettgebackenem bedingt eine temporäre Reduktion der Herstellungskapazitäten für klassisches Plunder- und Feingebäck, wodurch sich die Umsatzstruktur während der närrischen Saison signifikant verschiebt. Qualitätskontrollen werden entsprechend angepasst. Ressourcenallokation wird optimiert.

Acht Wochen Sud Gärung und Lagerung für Elzacher Schuttigbier

Das Schuttigbier der Löwenbrauerei Elzach wird jährlich von Dreikönig bis zum Ende der Fastnacht gebraut und trägt den Namen der legendären Elzacher Narrengesellschaft. Sud, Gärung und Lagerung nehmen acht Wochen in Anspruch, um eine gleichbleibende Qualität sicherzustellen. In den Wintermonaten macht das Narrenbier über die Hälfte des gesamten Ausstoßes aus. Während die Nachfrage während der Fasnachtszeit ihren Höhepunkt erreicht, sinkt der Absatz anderer Biere im Vergleich deutlich ab. wirtschaftlich relevant

Maßgeschneiderte Masken Kostüme stärken nachhaltige Tradition und lokale Wirtschaftskraft

Regionale Handwerksbetriebe in Südbaden gewährleisten eine besondere Fasnachtskultur durch enge Kooperation verschiedener Gewerke. Bildhauer erstellen individuelle Masken anhand detaillierter Modellierung, Schneider schneiden und nähen passgenaue Häs. Lokale Bäckereien produzieren saisonales Fettgebäck wie Schenkeli oder Mutzenmandeln, während Brauereien ein eigens gebrautes Schuttigbier anbieten. Diese synergetische Verbindung von Handwerk, Herstellung und Genuss stärkt traditionelle Praktiken, kurbelt die regionale Wirtschaft an und garantiert Narren hochwertige, einzigartige Erzeugnisse. Kultureller Austausch wird gefördert, Arbeitsplätze gesichert.

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